Seit acht Jahren stiegen die Mitgliederzahlen der Grünen kontinuierlich, unter dem Parteivorsitz von Annalena Baerbock und Robert Habeck verdoppelten sie sich zwischen 2017 und 2021 fast. Dieser Aufwärtstrend ist nun gebrochen: Zwischen Januar und Juli verlor die Partei Mitglieder.
Unter den beiden neuen Vorsitzenden Ricarda Lang und Omid Nouripour schwächte sich der starke Mitgliederzuwachs zunächst ab – nun gibt es einen Rückgang zu verzeichnen pa/dpa/Philipp von Ditfurth© Bereitgestellt von WELT
Nach mehreren Jahren des rasanten Wachstums verlieren die Grünen 2023 erstmals seit 2015 wieder Mitglieder. Das ergab eine Abfrage des „Tagesspiegel“ unter allen 16 Landesverbänden. Demnach traten zwischen Januar und Juli dieses Jahres insgesamt 770 Mitglieder mehr aus der Partei aus als in diesem Zeitraum eintraten. Den letzten leichten Rückgang gab es vor acht Jahren.
Für die Grünen vollzieht sich damit eine Trendwende. Zwischen 2017 und 2021 hatte sich die Partei beinahe verdoppelt und war von 65.000 auf rund 125.000 Mitglieder gewachsen. In dieser Zeit hatten die damaligen Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck proklamiert, die Grünen in die politische Mitte führen zu wollen.
Unter den beiden neuen Vorsitzenden Ricarda Lang und Omid Nouripour hatte sich dieser Trend schon im vergangenen Jahr stark abgeschwächt. 2022 hatte die Partei nur noch einen Zuwachs von 714 Mitgliedern – der sich im ersten Halbjahr in einen Rückgang umkehrte.