Mehr als sechs Prozent Inflation in Deutschland, 5,5 Prozent in der Eurozone – aber nur 1,6 Prozent in Spanien: Wie hat es das Land geschafft, die Teuerung von zehn Prozent vor einem Jahr unter die Zielmarke von zwei Prozent im Juni zu bringen?
Das liegt etwa an den stark sinkenden Preisen für Energie und Lebensmittel. Der Staat reduzierte zuvor die Steuern auf Energie und Grundnahrungsmittel, ermäßigte den öffentlichen Nahverkehr und subventionierte das Benzin für gewerbliche Kraftfahrer, Landwirte und Viehzüchter. Der spanische Chefökonom Miguel Cardoso macht
laut Handelsblatt zudem die Lohn- und Konsumzurückhaltung im Land für die Besserung verantwortlich. So hätten die EZB-Zinserhöhungen die Hypothekenlast der Haushalte verteuert.
Zuletzt wirkte sich auch die etwas eigenwillige Berechnung der Stromkosten in Spanien im vergangenen Jahr auf die Daten aus. Zuvor wirkten sich diese überproportional auf die Inflation aus, weil die Preise für Verbraucher:innen und Unternehmen direkt von den Schwankungen auf dem Spotmarkt abhängig waren. Das hat sich mittlerweile dank langfristiger Stromverträge geändert.