Zitat von Gast am 20. Oktober 2023, 05:39 Uhr
Henne-Ei-Problem gelöst - Neue massive Pipeline soll Deutschland in die Wasserstoff-Ära führen
Der Plan liegt auf dem Tisch: Hier laufen bald die Wasserstoff-Leitungen lang Foto: tuproyecto auf Pixabay© Foto: tuproyecto auf Pixabay
Wie erhält Deutschland den Wasserstoff, den es so dringend brauchen wird? Eine neue Giga-Pipeline von Portugal bis in die Bundesrepublik soll die Antwort sein. Davon profitieren auch andere Länder. Damit ist nun zudem ein Henne-Ei-Problem gelöst.
Um die Klimaziele in allen Sektoren zu erreichen, braucht Deutschland grünen Wasserstoff. Bisher sehen die Prognosen, woher der dringend benötigte Energieträger herkommen soll, mau aus. Bis jetzt. Denn der grüne Wasserstoff in Europa rückt immer näher.
Denn der Bau der Giga-Pipeline von Portugal und Spanien über Frankreich nach Deutschland wird immer konkreter. Ein Henne-Ei-Problem hat den Bau der Wasserstoffleitung zuvor ausgehebelt. Die Pipelinebauer wollten keine Infrastruktur bauen, solange sie keine Abnehmer für den Wasserstoff haben. Und die Stadtwerke und Unternehmen wollten keine Verträge abschließen, solange es noch keine Pipeline gibt. Das Ringen darum, wer sich zuerst traut und in Europas Wasserstoff-Wirtschaft investiert, hat allerdings nun ein Ende.
Am Mittwoch hat Open Grid Europe (OGE), einer der führenden deutschen Gasleitungsbetreiber, seine Beteiligung an einem Konsortium unter der Leitung des spanischen Unternehmens Enagás angekündigt. Dieses Konsortium plant nun den Bau der Wasserstoffleitung.
Des ewigen Rätsels Lösung: Zuerst kamen die Pipelinebauer
Der OGE zufolge könnten zirka zwei Millionen Tonnen Wasserstoff pro Jahr über die geplante Pipeline verteilt werden. Dies entspreche „etwa zehn Prozent des gesamten europäischen Bedarfs“. Das Projekt soll nun Teil des „European Hydrogen Backbone“ werden, eines von der Europäischen Union geplanten, gesamteuropäischen Wasserstoffnetzes.
Giga-Pipline wird zum „Backbone“ des europäischen Wasserstoffnetzes
Besonders für Deutschland ist die geplante Giga-Pipeline essenziell. Bisher geht die Bundesregierung aus, dass Deutschland im Jahr 2030 bis zu 130 Terawattstunden Wasserstoff verbrauchen wird. Davon müssten wohl 50 bis 70 Prozent importiert werden. Ein Großteil dieses Bedarfs könnte laut Arturo Gonzalo Aizpiri, dem Ènagas-CEO, über die Giga-Pipeline transportiert werden. Umso weniger grüner Wasserstoff müsste also teuer und aufwendig über den Seeweg nach Deutschland gebracht werden.
Wofür wir grünen Wasserstoff brauchen: Eine entscheidende Rolle spielt der grüne Wasserstoff bei der Reduzierung von CO2-Emissionen in der Industrie. Sowohl große Industrieunternehmen in Sektoren wie Stahl und Chemie als auch mittelständische Unternehmen in Branchen wie Glas, Papier, Keramik, Gießereien und Verzinkereien sind bestrebt, möglichst rasch auf klimaneutralen Wasserstoff zuzugreifen.
Jene Industrien lassen sich den Experten und Expertinnen aus der Branche und Wissenschaft zufolge nicht so leicht elektrifizieren, weshalb sie Alternativen brauchen, um ihren CO2-Ausstoß zu minimieren, da auch die Sektoren europaweit verpflichtet sind, bis 2050 klimaneutral zu werden.