Zitat von Gast am 13. November 2023, 15:09 Uhr
Wasserstoff soll Stromknappheit verhindern: Experten sehen besseren Weg
Das Stromnetz der Zukunft soll flexibel und grün sein.© Pixabay
Für den Umsteig auf eine regenerative Energieversorgung plant das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) den Bau und Betrieb mehrerer Wasserstoffkraftwerke. Diese sollen kurzfristig Leistung liefern, wenn Wind- und Sonnenenergie nicht ausreichen, um das Netz stabil zu halten. Doch sind Experten laut heise.de überzeugt, es gebe eine einfachere Methode, als diese Dunkelflauten zu überbrücken: Demnach könnte eine Flexibilisierung des Strommarktes einen Großteil der Lastspitzen einebnen und dadurch das Netz stabilisieren.
Kraftwerksstrategie der Bundesregierung steht fest
Im Zuge der Energiewende hat das BMWK eine Strategie präsentiert, wie der Übergang zu einem regenerativen Stromnetz und dessen Betrieb aussehen könnten. Für die häufig thematisierte Netzstabilität sieht das Ministerium eine Reihe von Gaskraftwerken vor, die mit grünem Wasserstoff betrieben werden sollen. Gaskraftwerke liefern nach dem Start innerhalb weniger Minuten ihre volle Leistung, ganz im Gegensatz zu anderen Kraftwerkstechnologien.
Vermeiden statt überbrücken
Verschiedene Professoren für Energiesysteme sehen diese Einschätzung jedoch als überholt an. Statt die Lastspitzen und Dunkelflauten mit mehr Leistung zu überbrücken, sollte der Strommarkt flexibilisiert werden. Dafür sehen sie vor allem dynamische Stromtarife für die Verbraucher als sinnvoll an. Durch diese würde ein Anreiz geschaffen, energetische Stoßzeiten zu vermeiden – und das Netz bleibt stabil.
Für den Durchschnittsverbraucher ist es allerdings kompliziert, die eigenen Verbräuche händisch auf die Strompreise anzupassen. Die Experten sehen das Potenzial, diese Verantwortung an eine andere Person abzugeben, einen sogenannten Aggregator. Dieser soll aus der Ferne das Lastenmanagement des Kunden steuern und so die besten Strompreise nutzen.
Christian Rehtanz von der Technischen Universität Dortmund hat dazu laut heise.de bereits eine Idee. Er sieht Technologieriesen wie etwa Amazon in der Position, die Rolle des Aggregators zu übernehmen. Durch die Menge an Daten, die diese Unternehmen bereits von vielen Bürgern haben, könnten sie Lasten vieler Haushalte in Verbindungen setzen und intelligent steuern.
Kein Markt für Kurzzeitkraftwerke
Trotz cleverer Lösungen wie dem geschickten Lastspitzenmanagement kann Deutschland wohl nicht auf neue Kraftwerke verzichten. Doch der Betrieb der benötigten Kurzzeitkraftwerke für die Überbrückung von Dunkelflauten ist in Deutschland bislang nicht rentabel. Es ist also wichtig, Anreize zu schaffen, diese Kraftwerke zu bauen und zu betreiben.
Wie nicht anders zu erwarten, schon wieder Entscheidungen von dieser Regierung, welche die Energiepreise verteuern werden!!