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Aufrüstung in Deutschland

Rheinmetall will Raketen für Europa bauen – und holt sich dafür einen Partner an Bord

Rheinmetall könnte es gerade kaum besser gehen: Das Land rüstet auf, das Geschäft brummt. Jetzt will die NRW-Firma weiter ausbauen.

Düsseldorf – Für Rheinmetall geht es immer weiter bergauf: Während die Aktie von einem Höhenflug zum nächsten übergeht, kann der Rüstungsgigant seine Werke und Produktionsstätten ausbauen. Auch die Übernahme ehemaliger Autowerke steht im Raum. Nun will das Unternehmen für Europa Raketen bauen – und hat dafür eine Erklärung mit einem US-Giganten abgegeben.

Rheinmetall und Lockheed Martin wollen gemeinsam Raketen für Europa bauen

Die Rüstungskonzerne Rheinmetall und Lockheed Martin wollen gemeinsam in Europa Raketen herstellen und vermarkten. Damit bauen die beiden Unternehmen ihre bereits enge Kooperation weiter aus.

Der US-Konzern und Rheinmetall hätten eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, um als „europäisches Kompetenzzentrum für die Herstellung und den Vertrieb von Raketen und Flugkörpern (...) zu fungieren“, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit. Die Regierungen Deutschlands und der USA müssten den Plänen aber noch zustimmen.

Nach Angaben des Rheinmetall-Chefs Armin Papperger benötigt die Ukraine in Friedenszeiten etwa 1,5 Millionen Schuss Artilleriemunition pro Jahr.© Rolf Vennenbernd/dpa

„Durch die Kombination der umfassenden Expertise von Rheinmetall mit den fortschrittlichen Raketentechnologien von Lockheed Martin schaffen wir eine starke Grundlage, um den sich wandelnden Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden“, sagte Lockheed-Martin-Manager Ray Piselli. Die Partnerschaft werde sowohl die Verteidigungsindustrie stärken als auch Arbeitsplätze in den USA und Europa schaffen. „Im wachsenden europäischen Markt wollen wir mit Raketen und Flugkörpern, bei denen wir einen erheblichen Bedarf sehen, eine bedeutende Rolle spielen“, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger.

Rheinmetall macht beim Bau von Kampfjets auch mit

Rheinmetall arbeitet unter anderem beim Kampfflugzeug F-35A mit dem US-Partner zusammen. Der Düsseldorfer Konzern will im Juli damit beginnen, Rumpfteile für den Tarnkappenbomber in Nordrhein-Westfalen zu produzieren. 2023 schlossen sich Rheinmetall und Lockheed Martin zusammen, um gemeinsam ein neues Mehrfachraketenwerfer-System zu entwickeln, das von der Bundeswehr eingesetzt werden könnte.

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Renk rechnet mit 1.000 neuen Radpanzern für die Bundeswehr

 

Bundeswehr-Panzer (Archiv)© via dts Nachrichtenagentur

Augsburg (dts Nachrichtenagentur) - Der Augsburger Rüstungszulieferer Renk rechnet damit, dass die Bundesregierung schnell mit der Ausschreibung neuer Panzerbestellungen beginnt.

Die ersten Aufträge könnten bei seinem Unternehmen bereits Anfang kommenden Jahres einlaufen, sagte Konzernchef Alexander Sagel dem "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe). "Ausgehend von unseren Simulationen rechnen wir damit, dass die Bundeswehr bis 2035 bis zu 1.000 neue Radpanzer brauchen wird. Hinzu könnten jeweils bis zu 600 neue Kampf- und Schützenpanzer kommen", so Sagel.

Um die Aufträge abarbeiten zu können, will Renk in den kommenden Jahren rund 500 Millionen Euro in den Aufbau von Kapazitäten sowie in Forschung und Entwicklung investieren. Renk ist außerhalb von Russland und China Marktführer für militärische Präzisionsgetriebe. Sie sind in den deutschen Panzermodellen Leopard, Boxer und Puma verbaut sowie in US-amerikanischen Bradley- und in israelischen Merkava-Panzern.

Der Marine liefert Renk auch Getriebe für Fregatten und Korvetten. Lieferbeziehungen bestehen in 70 Länder, größter Kunde sind mit rund 30 Prozent bislang die US-Streitkräfte. Doch mit der angekündigten Aufstockung der Verteidigungsetats der europäischen Nato-Mitgliedsstaaten und den erwarteten Großbestellungen für neue Panzer und Panzerfahrzeuge verschieben sich die Gewichte.

"Wir konzentrieren uns jetzt auf Deutschland. Hier können wir die Programme und die Finanzierung am besten einschätzen", sagte Sagel. "Der deutsche Anteil am Renk-Umsatz wird auf jeden Fall kräftig wachsen". Sagel hofft auf Tempo bei der Beschaffung. "Jetzt geht es darum, dass die Bundesregierung schnell Rahmenverträge mit der Industrie abschließt."

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Reaktion auf Handelsstreit: Zwei von drei Industriefirmen wollen Produktion verlagern

 

 

Weil dem internationalen Handel Barrieren im Weg stehen, planen Unternehmen neue Fabriken in anderen Ländern.© dpa

Handelskriege und zunehmender Protektionismus lassen einer Studie zufolge immer mehr Unternehmen darüber nachdenken, ihre Produktion ganz oder teilweise zu verlagern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte und des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI). 68 Prozent der befragten Industriebetriebe sagten dabei, aufgrund von Zöllen in den kommenden zwei bis drei Jahren ihre Fertigung ganz oder teilweise verlagern zu wollen.

Wichtigste Zielregion außerhalb Europas sind dabei die USA, die deutlich häufiger als bei früheren Umfragen genannt wurden: 26 Prozent der Befragten gaben an, Produktion dorthin verlagern zu wollen. Grund dürften vor allem die Zölle sein, mit denen Präsident Donald Trump Unternehmen in die USA holen will.

China und Indien bleiben beliebt

Noch etwas wichtiger als Zielregion ist der Studie zufolge aber weiter Europa selbst: 30 Prozent planen demnach eine Verlagerung von Deutschland in andere Länder Europas. Und auch Asien als günstiger Produktionsstandort ist für viele weiter attraktiv: 16 Prozent zieht es nach China, 14 Prozent nach Indien, 19 Prozent in andere Länder Asiens. Wobei viele Unternehmen gleich mehrere Optionen angaben.

Fast jedes fünfte Unternehmen - 19 Prozent - habe schon jetzt keinerlei Produktion mehr in Deutschland. Vor zwei Jahren hatten das bei einer vergleichbaren Studie nur 11 Prozent angegeben. Und die Abwanderung trifft nicht nur die Fertigung: Auch Forschung und Entwicklung würden immer häufiger verlagert.

BDI fordert Reformen

„Geopolitische Verwerfungen sind längst zu stürmischen Gegenwinden für die deutsche Wirtschaft geworden“, sagte Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. Dass 68 Prozent der Unternehmen eine Produktionsverlagerung ins Ausland erwägen, sei daher nicht überraschend. Niedermark sieht darin einen Weckruf für Schwarz-Rot. „Die Bundesregierung muss entschlossener und schneller handeln.“ Nur so ließen sich Standortnachteile beseitigen.

Wichtig sei zudem, private Investitionen in relevante Technologiesektoren zu mobilisieren. „Damit Unternehmen Innovationen nicht nur auf dem Reißbrett entwerfen, sondern sie auch in die Werkshallen und Logistikzentren bringen können, braucht es gezielte Anschubfinanzierung.“

Allerdings ist die Verlagerung ins Ausland keine Einbahnstraße: Neun Prozent der Befragten gaben an, Fertigung, die früher schon einmal nach China verlagert wurde, zurück nach Europa zu holen. Und sieben Prozent wollen sogar Produktion aus den USA abziehen und nach Europa verlagern.

„Kurzfristig können die Unternehmen anderswo zwar kostengünstiger produzieren“, sagt Deloitte-Lieferkettenexperte Jürgen Sandau. „Wenn sich der neue Standort nicht als sicherer Hafen erweist, macht ein Lieferstillstand sehr schnell alle Einsparungseffekte zunichte.“ Entsprechend werde dann auch wieder zurückverlagert.

Für die Studie wurden im September und Oktober 148 Lieferketten-Verantwortliche des produzierenden Gewerbes befragt, insbesondere in den Branchen Automobil, Technologie, Maschinenbau, Energie und Chemie. 84 Prozent der Befragten kamen aus Großunternehmen, 16 Prozent von Kleinunternehmen und Mittelständlern.

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